Wo die Schwalben Nationen verbinden
Dort hab ich dieses Jahr 8 Wochen meiner Semesterferien verbracht und ein Praktikum gemacht.
Ich heiße Julia – werde aber Jule genannt – und bin Studentin in Hohenheim. Ich studiere Agrarwissenschaften; salopp: Studierter Bauer. Und wenn man in Möglingen wohnt, liegt es doch Nahe sein Praktikum auf dem Schwalbenhof zu machen.
Aber anscheinend zwitschern die Schwalben ganz schön weit. Denn ich war nicht die einzige Praktikantin, die morgen für morgen auf dem Hof eingeflogen ist. Eine hat sich sogar für ein halbes Jahr dort eingenistet, denn jeden Morgen von Russland nach Möglingen ist doch etwas zu weit. Und das war nicht alles. In den 8 Wochen waren wir eine bunt gemischte Truppe aus Deutschland, Russland, Frankreich und Südamerika.
Da sind die Schwälbchen ganz schön rumgekommen.
Da lernt man nicht nur deutsches Bio-Gemüse kennen, ernten und zubereiten oder vermarkten, sondern auch noch die spanische, russische oder französische Bezeichnung dafür. Und wo so viele Nationen zusammen essen, gibt es auch die unterschiedlichsten Gerichte auf den Tisch.
In sofern bin ich mit meinem Praktikum weit über das Ziel hinaus geschossen:
Praktische Erfahrung im Bezug auf den Studieninhalt sollte es mir vermitteln – hat es auch.
Aber was mir persönlich noch wichtiger ist, ist das, was mir als Mensch mitgegeben wurde.
Die offene Art untereinander; das Gefühl dazu zu gehören, ein Teil der Familie zu sein; der Bezug zur Natur und den Tieren; der Kontakt mit den Kunden im Hofladen; die Entwicklung, die eine Pflanze macht von dem Tag, an dem man sie pflanzt bis zu dem, an dem man sie erntet und auf dem Markt verkauft.